Dienstag, 14. Juni 2011

Überarbeitete Version

An einem nicht allzu fernen Montag im Mai habe ich euch diese Hose vorgestellt, mit der ich aufgrund der Passform - zu lang, abstehende Tascheneingriffe und beim Tragen ausleiernd - nicht glücklich war. Auch nachdem ich der Hose eine zusätzliche Fahrt in der Waschmaschine bei ungeeigneter, ein bisschen höherer Waschtemperatur gegönnt hatte (in der Hoffnung, dass sich die Passform durch den initiierten Schrumpfungsprozess aufgrund erhöhter Wassertemperatur quasi von selbst einstellt), blieb die Form zu bemängeln. Beim kurzen Durchblättern des Handbuches der radikalen Maßnahmen für Hobbynäherinnen stand gleich unterhalb des zu heißen Waschens der mutige Griff zur Schere. Nun gibt es ja verschiedene Varianten so eine Hose aufzuschlitzen, eine wäre zum Beispiel das Auftrennen der inneren Beinnähte, um einen Rock daraus zu nähen. Um mein Repertoire an Umstylingmöglichkeiten auszubauen, habe ich mich diesmal dafür einschieden, die Hosenbeine beizubehalten, auch wenn sie auf etwas über Knielänge gekürzt wurden. Da ich die Schere nunmal in der Hand hatte, wurde neben den Hosenbeinen auch einem nicht  geglückten Shirt nach einem Simplicity-Schnittmuster die Ärmel gestutzt, um sie als Abschlussbündchen an die Hosenbeine zu nähen.

Exkurs: Was hat nicht so geklappt wie gewünscht/wie erhofft mit diesem Schnittmuster? Trotz Vergleich mit der Größentabelle ist das Shirt nach dem Zusammennähen groß ausgefallen, insbesondere der Schulterteil endete erst jenseits der Schulter auf der Oberarmkugel. Ich denke, dass der Schnitt insgesamt sehr lässig fallen soll, da es sich um einen U-Boot-Ausschnitt handelt, aber so lässig war dann wiederum unschön. Beim Verkleinern der Ärmeleinsetznaht bin ich dann jedoch sprichwörtlich übers Ziel hinaus geschossen resp. über den Schulterpunkt hinausgekommen, so dass sich die eingesetzten Ärmel immer wieder Richtung Hals in die Höhe zogen. Daher wird der Stoff nun recycelt. 

Zurück zur Hose: Wie gesagt, als Saum verwende ich jetzt zwei zu Ringen geschlossene Jerseystreifen, die bei doppelter Stofflage gedehnt an die weiten, eingehaltenen Hosenbeine genäht wurden. So endet die Hose unterm Knie schön schmal, plustert sich aber an den Oberschenkeln wie eine Pumphose auf. Da kommt es mir entgegen, dass sich die Hose nach dem Waschen beim Tragen weitet und auch die abstehenden Tascheneingriffe verschwinden optisch, da die Hose nun nicht mehr glatt nach unten fällt. Als letzte Änderung möchte ich die Bindebänder erwähnen. Nach wie vor haben sie nur dekorativen Charakter, aber dadurch dass ich auch die Bindebänder aus dem Jerseystoff gefertigt habe, passen sie farblich wieder zum Saum und die Hose wirkt einheitlich. 

Der direkte Vergleich darf natürlich an dieser Stelle nicht fehlen (und wer gerne genau hinschaut merkt, dass ich den Spiegel vor dem nächsten Fotografieren besser nochmal gründlich säubern sollte!):

Vorher ...
... Nachher

Kommentare:

  1. Wie genial ist das denn...du machst dir immer soooo viel Arbeit uns alles genau zu erklären...danke !
    Ganz liebe Grüße Yvonne

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  2. Witzige Idee, tolles Ergebnis und dazu auch noch so schön beschrieben. DANKE dafür!
    LG Rita

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  3. Ich finde das faszinierend! Die knielange Hose gefällt mir viiiiel besser - wer hätte gedacht, dass das bei dem Schnitt möglich ist!
    Schöne Grüße, Bettina

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  4. Raffiniert... Toll, wie du die Sachen ummodelst und für dich passend machst. Obwohl mir persönlich die lange Version besser gefällt. Aber das ist Geschmackssache.

    LG Britta ☺

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  5. Hey, das ist ja eine tolle Idee! Sieht total schick aus, deine Hose mit Kniebündchen. Sowas würde ich auch gerne nähen, also ab auf die To-Sew-Liste :-)
    Habe gerade deinen Blog entdeckt und finde ihn echt klasse - habe dich in meine Blogroll aufgenommen!
    Lieben Gruß! Hella

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