Montag, 30. Mai 2011

Einmal Ja - einmal Nein

Ein produktives Wochenende liegt hinter mir. Entstanden sind eine Hose und ein Bolerojäckchen. Bei diesem handelt es sich eine Kombination der Schnittmuster Onion 6009 und Ottobre 2-2006, Modell 18. Als Basis habe ich Ärmel sowie Vorder- und Rückenteil des Ottobre-Schnittmusters genommen, die beiden letztgenannten auf Brusthöhe gekürzt und beiden Vorderteile abgerundet zugeschnitten. Dann habe ich die Ärmel dadurch verlängert, das ich den ansonsten quergestreiften Stoff, nochmals als längsgestreiftes, überbreites Bündchen angesetzt habe. Zum Schluss habe ich dem Onion-Schnittmuster entsprechend einen breiten, umlaufenden Schalkragen angenäht. 




Für diejenigen, die sich nun die (berechtigte) Frage stellen, warum ich denn nicht direkt ein Bolerojäckchen nach dem Onion-Schnitt genäht habe, sei gesagt: Das habe ich ja, aber das Ergebnis war wenig anschaulich. Der Schnitt sieht vor, Arm- und Rückenteil aus nur einem Schnittteil zu fertigen und den umlaufenden Kragen anzunähen. Das führte bei mir zu dem Ergenis, dass sich das Bolerojäckchen unschön im Rücken bauschte, sich unangenehm eng um Hals- und Schulterbereich legte und je nach Armbewegung hin- und herrutscht. Daher habe ich mich dann entschlossen, die oben vorgestellte kombinierte Version zu nähen. 


Während ich also mit der Jacke nun vollauf zufrieden bin, stehe ich der Hose kritisch gegenüber. Sie ist ausschließlich nach dem Onion-Schnitt 4019 entstanden, den ich bereits hier gezeigt habe. Jedoch, wie so oft, musste ich feststellen, ein anderer Stoff erzeugt ein anderes Ergebnis. Nach einem Tag tragen, hat sich die Hose sehr zu ihrem Nachteil verzogen. Die morgens noch akzeptable Hose hat sich im Laufe des Tages sackartig geweitet, die Taschen stehen unvorteilhaft ab und entweder bin ich geschrumpft oder die Hose hat auch gewaltig in der Länge zugelegt. Fest steht: Hier muss sich noch Einiges ändern! Ich habe schon mal ins Auge gefasst, die Hose, die beharrlich in ihren Ausmaßen zuzulegen scheint, auf das Format einer Pseudo-Pumphose zurecht zu stutzen. 


Nun noch eine kurze Notiz zum meinem Projekt "Korsett nähen": Ja, ich verfolge dieses Vorhaben auch weiterhin, nur nicht mehr mit der gleichen Anfangseuphorie. Sofern ein wenig Leerlauf entsteht, arbeitet ich in kleinen Schritten weiter. So habe ich auch neben Jacke und Hose die obere Saumkante mit Schrägband eingefasst. Eine diffizile Arbeit, die keineswegs sonderlich sauber ausgeführt worden ist. Zumindest vermittelt die Außenseite einen ordentlichen Eindruck. Fotos folgen, sobald es größere, erkennbare Fortschritte gibt.

Kommentare:

  1. Ein doppeltes Ja für die Jacke. Die finde ich genial gelungen. Ich stehe ja auf solche Jäckchen mit Ärmeln und sonst fast nichts.

    Auf Deine Uminterpretation der Hose bin ich gespannt. Wenn Du mal eben 10 cm wachsen würdest wäre glaube ich wenig zu ändern. Bis zu den Knien passt sie prima.

    Liebe Grüße Marion

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  2. Rein farblich überzeugt mich Deine Kombination vollkommen - würde ich genau so auch anziehen.
    Was die charaktereigenschaften Deiner neuen Hose angeht, kann ich natürlich nicht viel dazu sagen - ein Foto kann den Prozess des Wachsens eben nur schwer vermitteln - aber so, wie ich sie sehen kann, gefällt sie mir wirklich sehr gut! Und Hosen gefallen mir höchst selten...
    Greets,
    Liese
    *die das Kombinieren von Schnittmustern legitim findet, wenn es der Sache dienlich ist*

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  3. Die Kombination gefällt mir super. Das Bolerojäckchen ist dir sehr gut gelungen. Die Hose gefällt mir auch sehr gut. Aber auf dem Foto erkennt man ja die Wachstumsphase nicht. Schade, dass dem so ist. Ist es denn Leinenstoff, da hab ich immer das Problem mit wachsenden Teilen. Aber du kriegst das in de Griff, davon bin ich überzeugt.

    LG Britta

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