Dienstag, 22. März 2011

Stoffmarkt Saarlouis

Am vergangenen Samstag waren die kleine Große und ich in Saarlouis auf dem Stoffmarkt. Ein wunderschöner Mutter-Tochter-Shopping-Tag, jedoch von der Organisation her unkoordiniert, denn zwei nähbegeisterte, weibliche Wesen ohne klaren Einkaufszettel einfach so auf einen Stoffmarkt zu lassen, artet in einen rauschartigen Zustand aus. Hier einige Gesprächsfetzen: "Sag' mal, wie findest du den Stoff? Da könnte ich mir doch ... (bitte selbstständig Hose, Rock, Kleid, Mantel, Shirt etc. ergänzen) von nähen." oder "Bitte, bitte den Stoff, der ist so schön rosa!" oder "Mama, ein Stoff mit Autos für den kleinen Mann!" oder (Töchterlein am Kurzwarenstand kurz vor einer kindlichen Sinnkrise) "So viel Hello-Kitty! Darf ich drei ... äh... vier ... äh ... ich hab' mich nur versprochen, ich meinte fünf!" ... Gibt es noch jemanden, dem dieses Szenario bekannt vorkommt?

Nach der ersten Runde über den Stoffmarkt und dem Sondieren des Angebots, haben wir dann einigermaßen planvoll und zielgerichtet unsere Einkäufe getätigt. (Die fertigen Ergebnisse werden dann nach und nach vorgestellt werden.) Bepackt mir drei Tüten wollten wir gerade zurück zum Auto gehen, als wir noch an einem Stand mit einem Wühltisch-Sektor vorbeikamen. Alles lag kreuz und quer über- und untereinander. Normalerweise gehe ich an so etwas vorbei, weil es mich nervt, mich mit anderen dicht an dicht zu drängeln und sich gegenseitig die Stoffstücke aus der Hand zu reißen. Aber wie es der Zufall so will, sprang mir ein Stoffstück im Vorbeigehen im übertragenen Sinn direkt ins Auge, das mich derart an meine Urgroßmutter (und ihre zu jeder Tages- und Nachtzeit getragenen Kittelschürze) erinnerte, dass ich gar nicht anders konnte, als mich zum Wühltisch durchzuschlagen und ebenfalls meine Hände in den Stoffberg zu strecken. Kurz darauf war ich Besitzerin dieses "Kittelschürzenstoffes" (und zwei weiterer Stoffstücke - denn ein riesengroßes gelbes Schild verwies darauf, dass ein Stück vier Euro kosten sollte, während drei Stück schon für nur noch zehn Euro insgesamt zu erstehen wären).

Kurioser Weise habe ich die mit Sorgfalt und Überlegung ausgewählten Stoffe zwar bislang gewachsen, aber danach erst einmal zusammengefaltet in den Schrank gelegt, während ich es kaum erwarten konnte, diesen "Krabbeltischstoff" von der Wäscheleine zu nehmen und zuzuschneiden. Ich habe keine Schürze daraus genäht (!), sondern habe mich dazu entschlossen, einen leichten Übergangsmantel für die kleine Große zu nähen. Die knapp 1,4 m Stoff haben ziemlich genau für einen Mantel mit Kapuze gereicht. Hier ein erstes Bild, mehr, wenn der Mantel fertig ist.

Kommentare:

  1. Hallo,
    so ein unterhaltsamer Text-kann mir alles lebhaft vorstellen und freu mich schon auf unseren Stoffmarkt im Mai!
    Der Kittelschürzenstoff hätte mich wohl auch angesprungen !Schöner Übergangsmantel!

    Bis zur nächsten Stoffvorstellung,
    Friederike

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  2. Das hört sich nach einem schönen, lustigen, "anstrengenden", tollen Mutter-Tochter-Shopping Tag an. Ich kanns mir so richtig gut vorstellen. Wenn das meine Mama und ich gemacht hätten, dann wärs vermutlich ähnlich gewesen.
    Der Mantel ist wunderschön geworden, sehr pfiffig. Viel Spaß beim verarbeiten der anderen Mitbringsel.

    LG Britta

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