Mittwoch, 12. Januar 2011

Nostalgie - Bluse anno 1957

Seit zwei Tagen bin ich glückliche Besitzerin eines neuen Schnittmusterheftes, das eigentlich gar nicht mehr so neu ist: Der neue Schnitt, Ausgabe 8/1957. Damals für einen Einzelpreis von 1,70 DM im Handel zu erwerben, heute in einem großen Auktionshaus in der virtuellen Welt für Euros zu erstehen. Inhalt: 75 Modelle für Damen, Herren und Kinder auf zwei Schnittmusterbögen, jede Menge Tipps für die ambitionierte Hausfrau sowie unentbehrliche Empfehlungen für die Garderobe. Ich zitiere (und ich lege Wert darauf, dass das nicht von mir stammt!): "Die Frau über Vierzig ist heute noch jung und steht mit beiden Beinen im Leben. Sie ist klug geworden und weiß, daß sie manche Kompromisse schließen muß. Schreiende, auffällige Farben liebt sie nicht mehr, wie sie überhaupt alles allzu Auffällige vermeidet, das eher peinlich wirkt. Ihre Kleider schmiegen sich unauffällig um die schon oft rundlichen Formen. Wenn sich die reife Frau mit Geschmack zu kleiden versteht, wird sie unbedingt elegant und vornehm wirken." (An dieser Stelle darf sich die geneigte Leserin/der geneigte Leser seine eigenen Gedanken machen.) 

Ausschlaggebend für den Erwerb dieser Zeitschrift waren aber keinesfalls die Modeempfehlungen, die Rezeptvorschläge für die ganze Woche oder gar solch informativen Artikel wie "Das Bügeln Teil 1", sondern ich habe vor in nächster Zukunft ein wenig in die 50er Jahre einzutauchen: Blusen - enge Taille - weite Röcke. Um mich mit Schnittbogen, Schnittform und vor allen Dingen der optimalen Passform anzufreunden, habe ich mir als erstes Projekt eine Bluse ausgesucht. Die Beschreibung ist vielversprechend. "Blusen können ruhig mal ein bißchen phantasievoller sein. An diesem Modell fällt der interessant gestaltete Kragen auf, der zusammen mit den weiten Ärmeln den großzügigen Stil der Bluse ausmacht."

Der neue Schnitt 8/1957




Mit der Schnittzeichnung aus dem "Schlüssel" zum Schnittmusterbogen an der Hand bin ich sehr zuversichtlich, dass ich die passenden Schnittteile finden werde. 





Der neue Schnitt 8/1975Schnittbogen A
Der neue Schnitt 8/1957, Schnittbogen A


Kommentare:

  1. An diese Schnittbögen kann ich mich auch errinnern. Meine Mutter hat immer alles auf dem Boden ausgebreitet und ist dann mit so nem Rädle drüber hergehuscht... Frag mich heute noch wie man daraus was erkennen soll ;-)
    Lg, Kirsten

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  2. Hut ab - ich habe zig Bücher und Hefte aus den 50ern, 60ern und 70ern ... und verzweifle regelmäßig. UND ein kleiner Tipp am Rande: IMMER die Größen vergleichen!! Eine heutige 36 ist keine 60er 36 mehr!!! Sonst ist die Überraschung dann ganz "KLEIN"

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  3. Ach und du kannst dir doch im Strichgewusel die Schnitteile mit Buntstift markieren - sieht schön aus und hilft ungemein :D Ich bin gespannt. HippHippHurra

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