Samstag, 8. Januar 2011

Einfacher T-Shirt-Schnitt wird zu einem Kleid mit Puffärmeln

Tutorials sind toll! Und noch viel großartiger, wenn sie mir zeigen, wie mit wenigen Handgriffen bereits vorhandenes Material umgewandelt, anders gestaltet, neu interpretiert werden kann. Soweit meine Meinung! 

Jetzt möchte ich einmal ein solches Tutorial schreiben. Ich versuche euch mit Worten und Bilder zu beschreiben, wie ich aus einem einfachen T-Shirt-Schnitt ein Schnittmuster für ein ausgestelltes, A-förmiges Kleid mit kurzen Puffärmeln zeichne. Im Folgenden werde ich dann auch das Kleid nähe. Aber zunächst immer eins nach dem anderen.

Tutorial - Einfacher T-Shirt-Schnitt wird zu einem Schnittmuster für ein Kleid mit Puffärmeln

Ihr benötigt als Ausgangsmaterial einen einfachen T-Shirt-Schnitt. Ich habe einen Ottobre-Schnitt gewählt, weil er ein wenig weiter ausfällt; so kann meine kleine Große später noch bequem ein Shirt unter dem Kleid tragen.




Schritt 1: Schnittteile des T-Shirt-Schnitts abpausen

Zunächst übertragt ihr die einzelnen Schnittteile Vorderteil, Rückenteil und kurzer Ärmel auf Papier. Achtet darauf, dass ihr am Saum und an den Seiten jeweils noch Platz auf dem Papier für Ergänzungen habt. Schneidet die Schnittteile noch nicht aus, denn sie werden jetzt verändert.



Schritt 2: Länge des Vorderteil verändern



Als erstes verlängere ich die Linie, die den Fadenlauf und die Lage im Stoffbruch anzeigt nach unten. Dann überlege ich mir, wie lang das Kleid insgesamt von den Schultern bis zum fertigen Saum werden soll. Ich messe das Schnittmuster des T-Shirts aus und ergänzt die fehlende Länge, die ich als neue Saumlinie parallel zur eingezeichneten Saumlänge des Shirts als waagerechte Linie einzeichne.

Schritt 3: Neue Seitenlinie des Vorderteils zeichnen

Nun fehlt noch die Schnittführung der Seitenlinie. Dazu zeichne ich die Taille als Markierungshilfe mit einer gestrichelten, waagerechten Linie ein.


Nun überlege ich, wie weit ausgestellt mein Kleid sein soll und markiere dementsprechend einen Punkt auf der neuen Saumlinie. Jetzt verbinde ich den Punkt, der die Taille markiert, mit dem eingezeichneten Punkt für die Saumweite. Damit das Ganze nicht so eckig und kastig wirkt, sondern später "fließend" aussieht, versuche ich nun diese neue Seitenlinie vom Armloch bis zum Saum in einer geschwungenen, Linie zu zeichnen.

Jetzt schneide ich das Vorderteil aus. Es dient mir gleich dazu, das Rückenteil passend zu verändern.








Schritt 4: Rückenteil verändern

Als erstes verlängere ich auch hier die Linie, die Fadenlauf und Stoffbruch anzeigt, nach unten. Nun lege ich das ausgeschnittene Vorderteil auf das Rückenteil, so dass die unteren Enden der Armausschnitte, der Stoffbruch, die Schultern zur Deckung kommen. Jetzt fahre ich lediglich mit dem Stift an der Seitenlinie und dem Saum des Vorderteils entlang, bis ich auf den eingezeichneten Stoffbruch des Rückenteils treffe. So kopiere ich die Schnittführung für das Rückenteil. 












Schnittteil für den Rücken kann nun ausgeschnitten werden.




















Schritt 5: Schnittteil für Puffärmel gestalten

Der Originalschnitt sieht bei mir lediglich normale Ärmel vor, also muss ich sie so abändern, dass ich genügend Weite für die Puffärmel erhalte. Dazu zeichne ich eine senkrechte Linie zwischen der Markierung für die Schulternaht und dem Saum der Ärmel ein.



Entlang dieser Linie schneide ich das Schnittmuster nun auseinander. Jetzt überlege ich mir, wie gebauscht meine Puffärmel werden sollen - generell gilt: je üppiger die Ärmel ausfallen sollen, umso mehr Weite muss ich zugeben.




Jetzt schneide ich einen zusätzlichen Papierstreifen aus den ich zwischen die zwei Ärmelteile klebe. Die Größe dieses Papierstreifens richtet sich nach der gewünschten Weite, die beim Nähen zusammengekräuselt wird, um die Puffärmel zu gestalten. Ich habe ca. 1/4 der gesamten Ärmelweite hinzugefügt.

So, nun habt ihr die benötigten Schnittteile zusammen. Achtet darauf, dass sie für elastische Stoffe entworfen wurden. Wenn ihr das Kleid aus unelastischen Stoffen nähen wollt, solltet ihr das Rückenteil nicht im Stoffbruch zuschneiden, sondern zwei getrennte Rückenteile zuschneiden und eine Knopfleiste, einen Reißverschluss etc. zum An- und Ausziehen einplanen.

Kommentare:

  1. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf das Ergebnis und danke für deine Mühe uns an jedem Schritt zu beteiligen!

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  2. Auf das Kleid bin ich auch gespannt. Meine Erfahrung mit Ottobre SChnitten war bisher, daß sie sehr sehr üppig ausfallen, mal sehen, wie es bei Deinem T-shirt- Kleid aufgeht mit der Endgröße.
    Deine Arbeitsdokumentation ist perfekt.

    Gruß Marion

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  3. Wow - Du machst Dir ja ´ne Mühe mit uns!

    Vielen Dank dafür!
    Ganz liebe Grüsse,
    renaade

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